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Corona-Tagebuch 145

9. August 2020

In der niedersächsischen Gemeinde Lauenau ist der Wasserspeicher gestern mittag auf Null gelaufen und die Versorgung mit kühlendem Nass zusammen gebrochen. Grund, die Hitzewelle und Corona, wodurch in der Sommerferienzeit deutlich mehr Leute zuhause sind als sonst und dementsprechend Wasser verbraucht wird. Der Wasserspeicher könne sich so nicht schnell genug wieder füllen, wurde mitgeteilt. Nachdem man an die Leute appellierte, weniger Wasser zu verbrauchen, entspannte sich die Lage am Abend wieder. Wir erörterten heute am Frühstückstisch, was zu tun sei, wenn die Wasserversorgung unterbrochen wäre, man nichts davon mitbekäme und gerade auf Klo sein großes Geschäft verrichtet hätte. Spülkasten leer, weil das Wasser von jemandem zuvor verbraucht, kein Wasser in Flaschen daheim, man trinkt ja immer das gute Leitungswasser. Tja, mit `ner Schippe die Kacke aus `m Fenster schmeißen? Hat man früher doch auch immer so gemacht. In der DDR. Oder noch früher? Die nordspanische Gemeinde Aranda de Duero ist zum Schutz vor weiterer Ausbreitung des Coronavirus von der Außenwelt abgeriegelt worden. Verlassen darf man den Ort nur mit „triftigen“ Gründen. An Zufahrten wurden Polizeikontrollen eingerichtet. Die Ukraine schließt aus den gleichen Gründen ihre Grenze zur Krim. Maskenpflicht im Freien gilt ab Montag in einigen „belebten“ Vierteln von Paris. Die genauen Orte werden noch bekannt gegeben. Seit 100 Tagen meldet Neuseeland keine einzige Neuinfektion. Das macht Hoffnung, weil dort ja gerade Winter herrscht. Noch 23 aktive Corona-Fälle beherbergt das Land, welche sich aber sämtlich im Ausland ansteckten, bei der Einreise positiv getestet wurden und in Quarantäne-Einrichtungen untergebracht sind. Turkmenistan erlaubt der WHO jetzt unabhängige Corona-Tests. Präsident Gurbanguli beteuert zwar bis heute, es gäbe keinen einzigen Covid-19-Fall, die WHO allerdings warnt vor steigender Zahl von Lungenentzündungen in der ehemaligen Sowjetrepublik. Über 200 Covid-19-Tote in Sambia, über 10.000 in Chile, über 10.000 auch in Südafrika, über 100.000 in Brasilien. Da ich meine Rubrik ‚Sätze seltsamer Schönheit‘ momentan nicht gesondert führe, hier das Statement des Users Stefan P. auf tagesschau.de zur gerade grassierenden Hitzewelle mal in diesem Rahmen: „Im Übrigen werde ich nie wieder wählen gehen, denn die CDU hat 30% der deutschen Bevölkerung gekauft.“ Oh, oh, Abkühlung tut not.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Falko Hennig, Spider, Gott und mich, sowie den hitzebeständigen Superstargästen Thilo Bock (Punkrocker mit Vollbart) und Erik Burmeister (Lieder), Anmeldung unter: reservierung-reformbuehne@web.de, dann meldet sich Mandana zurück und alles ist schick. Die Baiz ist übrigens angenehm kühl, durch Belüftungsanlage!

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Corona-Tagebuch 144

8. August 2020

Es ist sehr unangenehm in nicht klimatisierten Zügen oder Bussen mehrere Stunden mit Mund-Nasen-Schutz zu fahren, bei mindestens 35°C, das kann ich aus eigener Erfahrung jetzt bestätigen. Es ist sehr, sehr unangenehm, aber es lässt sich aushalten. Auch ältere Menschen als ich saßen im Bus von Fürstenwalde nach Beeskow und umgekippt von ihnen ist niemand. Lieber Attila Hildmann, vielleicht kippen ja in ihrem Umfeld die meisten Älteren mit Maske schon bei 25°C aus den Latschen, ich habe diese Erfahrungen bisher noch nicht gemacht. Die einzigen, die größere Probleme zu haben scheinen, sind jüngere Männer. Vielleicht wollen die aber auch nur cool wirken, oder sie sind Rebellen. Die Hitze machte mir anderweitig zu schaffen. Mein Gehirn arbeitet langsamer. Nachdem ich heute mit dem Auto von Friedland/Mark bis Beeskow gebracht wurde, von Beeskow mit dem Zug bis Königs Wusterhausen und von Königs Wusterhausen mit dem Zug bis Ostkreuz fuhr, gab es in der S-Bahn eine Kontrolle nach gültigen Fahrausweisen. Ich suchte wie üblich so lange es ging in allen meinen Hosentaschen um Mitreisenden ohne Fahrschein zu ermöglichen an der nächsten Station hinaus zu hopsen, doch ein weiterer Kontrolleur nahm sich meines Sitzplatznachbarn an und dieser zeigte einen abgelaufenen Fahrausweis vor. Ich versuchte den Kontrolleur mit flapsigen Bemerkungen zu überreden ein Auge zuzudrücken, vergebens, dabei hatte ich neben meines Zugfahrscheins, der auch zum S-Bahnfahren in Berlin berechtigt, noch eine übertragbare Umweltkarte dabei. Ich Volltrottel hätte ihm die 60 € Strafe ersparen können. Die Salzburger Festspiele raten übrigens vom Gebrauch von Fächern zum Luftzuwedeln ab, da diese Aerosole unkontrolliert verbreiten können. Das Saarland erlaubt künftig Veranstaltungen in geschlossenen Räumen bis 450 Teilnehmer (vorher 350) und im Freien bis 900 Teilnehmer (vorher 700). Düsseldorf will im September das erste Großkonzert seit Beginn der Corona-Einschränkungen veranstalten. 13.000 Zuschauer sollen sich in einem Fußballstadion Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss anhören. Ein Corona-Feldversuch? Werden die Zuschauer zwangsverpflichtet? Die Ärmsten. Unsere EU weitet ihre Einreisebeschränkungen auf Marokko aus. Die Bundesregierung warnt vor Reisen in mehrere Regionen Bulgariens und Rumäniens, darunter die Touristenhochburg Warna am Schwarzen Meer. Rekord an Neuinfektionen meldet Japan, 1.597 am Tag. Über 100 Covid-19-Tote in Simbabwe, über 200 in Ghana, über 400 in Kenia, über 500 im Oman. Das persönliche Highlight beim Corona-Hygiene-Plan an der Schule meiner Tochter: „Nach jedem Essen müssen die Tische abgewischt werden.“

Tipp für heute: Vielleicht ja sogar mit nassem Lappen?

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Corona-Tagebuch 143

7. August 2020

Zu heftigen Diskussionen hat eine Werbekampagne der spanischen Hauptstadt Madrid für das Maske-Tragen geführt. Im Video „Beschütze dich, beschütze uns!“ wird am Ende eine Feuerbestattung gezeigt und Maskenverweigerer werden belehrt: „Einäscherungsofen: 980 Grad. Es gibt Dinge, die mehr Hitze verursachen als eine Schutzmaske“. Die Reaktionen reichen von „hart“ und „brutal“ bis zu „pietätlos“. Hintergrund, viele Madrilenen klagen, dass das Tragen von Masken im Freien bei über 35°C äußerst unangenehm sei. Da können wir uns glücklich schätzen. Hier gibt es eine Maskenpflicht bisher immer noch lediglich in Verkehrsmitteln und öffentlich zugänglichen Räumen. Wird sicher kein Vergnügen heute mit Bahn und Bus 3 Stunden durch die Gegend zu zuckeln, um ein kleines Städtchen in der Niederlausitz zu besuchen, wo sich unter anderem eine Burg befindet. Warum ich das tue, bei Temperaturen um die 35°C? Darf ich noch nicht verraten. Nach der Schweiz erklärt auch Österreich das spanische Festland zum Corona-Risikogebiet. Finnland verlangt bei Einreisenden aus Belgien, den Niederlanden und Andorra ab sofort, dass sie sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Norwegen verlangt von Einreisenden aus Frankreich, Monaco, der Schweiz, Tschechien und einigen schwedischen Regionen, dass sie sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Für Deutsche gilt dies bisher noch nicht, trotz hoher Fallzahlen und steigenden Neuinfektionen, gestern 1.147 am Tag. Finnland beobachte die Situation in Deutschland und Dänemark, heißt es. Rekorde an Neuinfektionen melden Polen, 809 am Tag und Indien, 62.538 am Tag. Nach dem Anstieg der Infektionsrate schließt Griechenland nachts seine Grenzen, bloß die Grenzübergänge nach Bulgarien bleiben geöffnet. Über 100 Covid-19-Tote in Libyen, über 200 in Venezuela, über 300 im Kosovo, über 500 in El Salvador, über 50.000 in Mexiko, über 160.000 in den USA. Los Angeles will den Veranstaltern illegaler Hauspartys von heute an Strom und Wasser abstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Donald Trump rechnet seinerseits mit einem Impfstoff deutlich vor Ende des Jahres, „in manchen Fällen“ sogar noch vor dem 3. November. 3. November? Ach so, da hofft der aktuelle US-Präsident auf seine Wiederwahl.

Tipp für heute: Mal an die armen Bankräuber denken, die auch früher schon mit Maske arbeiten mussten.

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Corona-Tagebuch 142

6. August 2020

Eine neue Verschwörungstheorie macht die Runde. Und zwar haben sich alle gegen mich verschworen. Seit irgendwann früh versuchen als Bauarbeiter getarnte Wahnsinnige Löcher in unsere Hauswand zu bohren. Einfach so. Um mich zu ärgern. Andere schmeißen vom gegenüberliegenden Haus Steine durch einen hallenden Schuttrüssel. Deren Kollegen fischen sie unten aus dem Container und befördern sie mittels eines quietschenden Lastenaufzugs wieder nach oben, wo sie erneut runter geschmissen werden. Zusätzlich nähern sich von links und rechts orange bewestete Idioten, die mit dieselbetriebenen Höllengeräten zwischen den Steinplatten sich hervor wagende Halme abschreddern. Meine Tochter nennt sie liebevoll „Grasfrisöre“. Ich wünsche ihnen den Tod. Dann beteiligt sich ein Motorradfahrer am Inferno. Er tritt seine Maschine an und lässt den Motor erst mal eine Viertelstunde lang keckern, im Stehen. Muss sich wahrscheinlich warm laufen, das Ding, bei 30 Grad im Schatten. Fehlt nur noch Mr. Business-Mann aus dem Hinterhaus, der vor dem Fenster hin und her stolziert und in ohrenbetäubender Lautstärke Schwachsinn ins Handy brüllt. Ach, da ist er ja. Zeit für mich Ammoniumnitrat im Internet zu bestellen. „Mit so was macht man keine Späße!“ echauffiere ich mich über mich selbst. Doch, bei Schizophrenen häufig der Fall, die beiden mögen sich nicht besonders. 1.045 Neuinfektionen mit Covid-19 meldet Deutschland für den gestrigen Tag. Bundesgesundheitsminister Spahn verkündet, ab Sonnabend bestünde eine Testpflicht für Rückkehrer aus Internationalen Corona-Risikogebieten. Zu einem solchen zählt die Schweiz seit heute das gesamte spanische Festland. Die Kanarischen Inseln versichern Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion während des Urlaubs. Wegen gestiegener Infektionszahlen müssen in der schottischen Stadt Aberdeen sämtliche Restaurants und Pubs wieder schließen. Menschen dürfen sich nur noch maximal 5 Meilen (ca. 8 km) von ihrem Wohnort entfernen. Die Stadt New York will an wichtigen Einfallstraßen, Bahnhöfen und anderen Ankunftsorten Kontrollpunkte einrichten, um Reisende aus US-Staaten mit hohen Infektionsraten über die 14-tägige Quarantäne-Pflicht und drohende Bußgelder bei Nichtbefolgung zu informieren. Die zentraljapanische Präfektur Aichi hat den Corona-Notstand ausgerufen. Geschäfte werden gebeten ganz oder früher zu schließen, die Bevölkerung solle bitte darüber nachdenken, abends vielleicht lieber doch zuhause zu bleiben. Lockdown auf japanisch. Ob das gut geht? Ob das besser ist? Über 600 Covid-19-Tote in Ungarn, über 3.000 in Saudi-Arabien, über 4.000 in Argentinien, über 9.000 in Südafrika, über 40.000 in Indien. Das erste Wissenschaftler-Team, welches die diesjährige Forschungssaison in der Antarktis eröffnen darf, muss vorher für 2 Wochen auf Neuseeland in Quarantäne und zwar auf eigene Kosten, teilte die neuseeländische Regierung mit. Danach erwarten die US-Amerikaner zwei Tests auf das Virus und dann kann es losgehen. Die Antarktis gilt als letzter Kontinent, der noch corona-frei ist.

Tipp für heute: Sich selber gut zureden.

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Corona-Tagebuch 141

5. August 2020

Eine riesige Explosion im Hafen von Beirut ruft uns ins Gedächtnis, dass es noch andere Dinge gibt als die Corona-Pandemie. Eventuell ist Ammoniumnitrat detoniert, ganze Wohnviertel wurden verwüstet. Es wird gemeldet, dies sei die größte Explosion gewesen, die es je im Libanon gegeben hätte. Mindestens 100 Menschen starben bisher, circa 4.000 wurden verletzt. US-Präsident Trump ist sich nach Gesprächen mit seinen „großartigen Generälen“ sicher „es war eine Art Bombe“. In Deutschland steht uns, wenn wir den Aussagen der Wetterdienste Glauben schenken wollen, eine längere Hitzewelle bevor. Temperaturen über 35°C, eine ganze Woche lang. Und kein Regen. Habe gestern die Schlagzeile gelesen ‚Corona-Bonus für hässliche Pflegekräfte in Frankreich‘ und wollte mich schon aufregen, warum wir schönen Menschen dauernd benachteiligt werden, stellte dann jedoch fest, ich hatte mich verlesen, nicht hässliche, häusliche Pflegekräfte erhalten bis Ende des Jahres einen Bonus von bis zu 1.000 Euro. Außerdem will Frankreich kulturelle Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern ab Mitte August wieder genehmigen. Der Chef des japanischen Organisationskomitees der Olympischen Spiele Toshiro Muto will Olympia 2021 auch mit Corona stattfinden lassen, gerade „für Menschen, die mit Corona leben müssen“. Bundesgesundheitsminister Spahn ist zuversichtlich, dass es so schnell wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff geben wird, gegen Covid-19, so meldet es zumindest die Tageszeitung ‚Die Welt‘. Trotz Corona hat in der ostchinesischen Stadt Qingdao planmäßig das größte Bierfest des Landes begonnen. Bis zum 23. August werden Hunderttausende Besucher erwartet. Über 400 Covid-19-Tote in Marokko, über 500 im Jemen, über 600 in Serbien, über 5.000 im Irak, über 6.000 in Pakistan, über 9.000 in Kanada, über 20.000 in Peru, über 95.000 in Brasilien, über 700.000 weltweit. Ab 8. August dürfen in Berlin sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr wieder angeboten werden, in Domina-Studios zum Beispiel. Ab 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch wieder sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr zulässig sein, so teilte es die Gesundheitsverwaltung mit. Vielleicht leiste ich mir demnächst ja doch mal dunkle Gardinen. Wurde letzte Nacht durch zwei Notarzt-Krankenwagen geweckt, die eine halbe Stunde lang auf der Straße ihre Blaulichter routieren ließen. Zum Glück wollten sie nicht zu mir.

Tipp für heute: Ein Domino-Studio eröffnen.

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Corona-Tagebuch 140

4. August 2020

Und noch ein Kreuzfahrtschiff mit Problemen. In Tahiti sitzen rund 340 Passagiere auf der ‚Paul Gauguin‘ fest, nachdem ein Mitreisender positiv getestet wurde. Alle anderen Passagiere müssen nun ebenfalls getestet werden, gab das Kommissariat für Französisch-Polynesien bekannt. So lange darf niemand seine Kabine verlassen. Ist es eigentlich zu weit hergeholt, Kreuzfahrtschiffe als schwimmende Schweineschlachtfabriken zu bezeichnen? Norwegen verbietet künftig Landgänge von Kreuzfahrtschiffpassagieren, falls sich mehr als 100 Personen auf ihnen befinden sollten. Die südfranzösische Stadt Nizza führt die Maskenpflicht im Freien ein. Sie gilt so lange, bis eine Herdenimmunität hergestellt sei oder es einen Impfstoff gebe. Der Besuch von Australiens bekanntestem Berg, dem Uluru, ist nach Protesten von Ureinwohnern wieder verboten worden. Zuvor war bekannt geworden, dass ein Flugzeug mit Touristen aus Brisbane, einem Corona-Hotspot, gelandet war. Daraufhin versperrten Angehörige des Volkes der Anango den Zugang zu ihrem heiligen Berg. Sinkende Infektionszahlen melden Hongkong, China, Russland und die USA, allerdings auf sehr unterschiedlichem Niveau, in China 36 Fälle am Tag, in Russland 5.394, in den USA 41.963. Während sich deutsche Bundesländer uneins darüber sind, ob im kommenden Schuljahr Maske auf dem Schulgelände getragen werden soll, hat Mexiko beschlossen sämtliche Schülerinnen und Schüler nur noch per Fernsehen und Radio zu unterrichten. Eine entsprechende Vereinbarung der Regierung mit vier privaten Sendergruppen unterschrieb Präsident Andres Manuel Lopez Obrador. Über 400 Covid-19-Tote meldet Bulgarien, über 500 Nord-Mazedonien, über 1.000 Kasachstan, über 2.000 Guatemala, über 155.000 die USA. Fußballer können künftig wegen absichtlichen Hustens in Richtung des Schiedrichters oder gegnerischer Spieler des Feldes verwiesen werden. Das beschlossen die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab). Ist natürlich wieder so eine Auslegungssache. Ab wann ist es Absicht? Verlangt, denke ich, nach einer gründlichen psychologischen Schulung der Referees. Auch das noch!

Tipp für heute: Die Kunst des Täuschens durchschauen.

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Corona-Tagebuch 139

3. August 2020

Sonntag morgen stand ich relativ früh auf, weil ich vergessen hatte in der Brandenburger Hütte die Gardine vor ’s Fensterchen zu ziehen. War es um 5? War es um 6? Auf jeden Fall lagen hinter dem Zaun des Gartens ein paar Damhirsche, die, als ich näher trat, genervt sich erhoben, zum Wegrennen jedoch zu müde schienen. Einer, beziehungsweise eine, das Geweih fehlte, sah mir direkt in die Augen und hustete. Corona? Nein, die husten immer so, wurde mir versichert. Eine Form der Verständigung. Dass die deutschlandweit nach Berlin gereisten Corona-Kritiker ein bunter Haufen sein würden, war zu erwarten. Manche Botschaft jedoch ist so skurril, die entlockt sogar mir ein Lächeln. Freund und Kollege Falko Hennig war vor Ort, suchte Kundschaft für seine Fahrradrikscha und berichtete von einer Demonstrantin, auf deren T-Shirt zu lesen stand: „Preußen heißt Frieden“. Wie sie ausgerechnet auf „Frieden“ kam? Weil Preußen zwischen den Kriegen ab und zu eine Pause einlegte? Beim nächsten Mal besser: „Preußen heißt Pudding“, ist zwar ebenfalls Quatsch, jedoch beginnt Pudding wie Preußen mit P. Später wurde die Demonstration von der Polizei aufgelöst, weil kaum jemand Maske trug und Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. Laut Polizei kamen 22.000 Menschen, laut Veranstaltern 1,3 Millionen. Irgendjemand muss sich da gewaltig verzählt haben. Nachdem zu den 3 Besatzungsmitgliedern, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff ‚Roald Amundsen‘ infizierten, 37 positiv Getestete hinzu kamen, hat die norwegische Reederei ‚Hurtigruten‘ nun sämtliche Kreuzfahrten erneut gestoppt. Auch die deutsche Kreuzfahrtgesellschaft ‚Aida‘ sagte bis Mitte August alle geplanten Kreuzfahrten ab. Von Mittwoch an gilt in Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht für Geschäfte und „besonders belebte“ Straßen und Plätze. Die niederländische Regierung hatte sich zuvor gegen eine landesweite Maskenpflicht ausgesprochen. Der australische Bundesstaat Victoria verhängt für seine Hauptstadt Melbourne eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr früh. Außerdem müssen alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte schließen, ebenso wie Schulen, Kindergärten und Universitäten. Auch die philippinische Hauptstadt Manila steht vor einem neuen Lockdown. Ab Dienstag fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, „unnötige“ Reisen werden verboten. Finnland dagegen lockert. Von morgen an sind Veranstaltungen über 500 Teilnehmer wieder erlaubt. Rio de Janeiro öffnet seine Strände, baden darf man, sonnen nicht. Der Ministerpräsident des Kosovo hat sich nach eigenen Angaben infiziert. Er zeige keine Symptome außer „sehr schwachem Husten“. Der indische Innenminister wurde nach Covid-19-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Rekordwerte bei Neuinfektionen melden Polen, 658 am Tag, die Philippinen, 5.032 am Tag und Mexiko, 9.556 am Tag. Über 2.000 Corona-Tote auf den Philippinen, über 3.000 in Bolivien und Bangladesch. Eine schöne Nachricht aus dem hohen Norden. Im Ostseebad Warnemünde sind 10 Strandkörbe aufgestellt worden, die im Testbetrieb mit W-LAN versorgt werden. Fühlt man sich doch fast wie zuhause.

Tipp für heute: Alternativ ’ne Schippe Ostseesand unter den Schreibtisch.

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Corona-Tagebuch 138

1. August 2020

Am, von mir geschätzt, bisher heißesten Tag des Jahres, meteorologisch gesehen, in Berlin, mache ich mich noch mal auf nach Brandenburg, wo es angeblich Wasser geben soll. Nein, ich flüchte nicht vor den Schwaben, die heute mit Bussen aus Stuttgart hier her gekarrt werden sollen, um gegen Corona-Maßnahmen zu protestieren, ich habe nichts gegen Schwaben. Da gibt es oft leckeres Essen und ich liebe Essen. Außerdem sollen sie ruhig protestieren, ist ihr gutes Recht. Nur dran denken, bitte, sich gegen die Hitze zu schützen, sonst nimmt womöglich das Oberstübchen Schaden. Ob Thilo Sarrazin sich an den Protesten beteiligt, weiß ich nicht, zumindest hat gestern eine Bundesschiedskommission der SPD darüber geurteilt, dass es rechtmäßig war, ihn aus der Partei auszuschließen. Bei ‚Widerstand 2020‘ muss er so was sicherlich nicht fürchten. Der Eintritt dort ist einfach. Nur die Webseite anklicken. Von heute an müssen aus anderen Ländern zurück kehrende deutsche Urlauber ihren Corona-Test nicht mehr selbst bezahlen. Bayern führt ähnlich wie Berlin die Maskenpflicht in Schulen, auch in Grundschulen, ein. Sie gilt, bis man am Platz sitzt. Zur Zeit betrifft dies allerdings niemanden, denn auch in Bayern sind gerade Ferien. Kaum legen die ersten Kreuzfahrtschiffe ab, gibt es auch bereits wieder Hiobsbotschaften. Drei Besatzungsmitglieder der ‚Roald Amundsen‘ von der norwegischen Reederei ‚Hurtigruten‘ sind mit Covid-19-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Passagiere, die mit dem Schiff nach Tromsö gefahren sind, wurden aufgefordert sich in Isolation zu begeben. Großbritannien verschiebt weitere Lockerungen. Hongkong verschiebt seine für den 6. September geplante Parlamentswahl wegen Corona um ein Jahr. Die Schweizer Bundesbehörden empfehlen allen Kantonen die Einführung der Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Räumen. Griechenland und Zypern verschärfen die Maskenpflicht. Sie gilt jetzt auch in Kirchen. Libyen hat für den Westteil des Landes, der von der international anerkannten Regierung kontrolliert wird, einen 5-tägigen Lockdown angeordnet. Einwohner dürfen ihre Häuser nur für den Kauf lebensnotwendiger Güter verlassen. Die Fidschi-Inseln melden den ersten Covid-19-Toten, Vietnam die ersten 3 Covid-19-Toten, über 100 Covid-19-Tote in der Elfenbeinküste, über 200 in Australien, über 300 in Südkorea, über 8.000 in Südafrika, über 10.000 in Kolumbien. Aufgrund meiner wassersuchenden Auszeit, gibt es den nächsten Tagebucheintrag hier erst am Montag. Ich hoffe, ihr haltet das aus.

Tipp für Sonntag: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Spider, Gott und mich, sowie den zauberhaften Superstargästen Franziska Hauser (Text), Mawil (Comic) und Toni Kater (Gesang, Klavier, Gitarre)

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Corona-Tagebuch 137

31. Juli 2020

Lauschiger Abend gestern in der Kulturfabrik Moabit. Im Hintergrund ratterten Züge, eine Elster beschwerte sich lautstark über dargebotene Wort- und Gesangsbeiträge, sonst aber durchaus eine schöne Entdeckung. Danke, den Brauseboys, für die Einladung. Und danke auch den beiden Damen aus Spindlersfeld, die versicherten, sie würden regelmäßig dieses Tagebuch hier verfolgen. Ich liebe Euch! Den Hund natürlich ebenfalls. Berlins Innensenator Geisel rechnet am Wochenende mit rund 22.000 Teilnehmern bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen, die Veranstalter gar mit 50.000. „Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit“ wird von der Stuttgarter Initiative ‚Querdenken 711‘ organisiert. Sie ist überwältigt „wer sich alles dieses Wochenende auf den Weg macht, um mit uns gemeinsam den 1. August als neuen Feiertag in die Herzen der Deutschen zu schreiben.“, so richtet sie sich ziemlich pathetisch auf ihrer Webseite an  „Anders-, Quer- und Mitdenkende“. Programm, Sonnabend 10:30 Uhr, Umzug ‚Unter den Linden‘ mit „circa 11“ Großfahrzeugen und Friedensfahrzeugen. Sind Friedensfahrzeuge eigentlich kleinere Fahrzeuge? Und Großfahrzeuge demzufolge..? Nein, glaube ich nicht. Hauptkundgebung, 15:30 Uhr, ‚Straße des 17. Junis‘, unter anderem spricht Lothar Hirneise. „Anschließend bis Einbruch der Dunkelheit ‚Tanz für Freiheit und Grundrechte‘.“ Ambitioniert, denke ich. Und am 2. August geht es gleich weiter, da gibt es ein „Nachbeben“ ab 11 Uhr am Brandenburger Tor West, ein „Meet & Greet“ mit „Wortbeiträgen hochkarätiger Redner“, zum Beispiel des Rechtsanwaltes Markus Haintz, dessen Zusage allerdings noch nicht sicher ist. Viel Spaß dabei. Hoffentlich macht ihnen das ‚Berghain‘ nicht allzu viel Konkurrenz. Das öffnet dieses Wochenende erstmals seit Beginn der Pandemie, wenn auch nur den Garten. Am Einlass, auf Tanzflächen und der Toilette muss Maske getragen werden. Über Tanzflächen und auf Toiletten sind Ventilatoren angebracht, „um die Verbreitung von Aerosolen zu vermeiden“. Island verschärft seine Corona-Regeln wieder, maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen wird von 500 auf 100 herab gesetzt, die Zweimeterabstandsregel ist ab jetzt verpflichtend. Großbritannien ordnet eine 14-tägige Quarantäne für Reisende aus Luxemburg an. Der Iran verhängt ein Einreiseverbot für alle ausländischen Touristen. Rekordwert an Neuinfektionen zwei Tage hintereinander meldet Polen, gestern 657 am Tag. Über 100 Covid-19-Tote in Madagaskar, über 500 in Israel, über 5.000 in Indonesien, über 35.000 in Indien. Ab 17. August soll es endlich wieder internationale Flüge nach Nepal geben. Dann kann man auch eine Bewilligung beantragen in der Herbstsaison auf den höchsten Berg der Erde, von uns Europäern Mount Everest genannt, zu kraxeln. Lediglich eine Gebühr von 4.700 € muss gezahlt werden. Wer ’s mag?

Tipp für heute: Noch kostenlos, die Müggelberge.

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Corona-Tagebuch 136

30. Juli 2020

Geträumt, ich erführe, neueste wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass Europa ursprünglich durch die Indianer entdeckt worden sei. Studien von Knochen bewiesen, die Stadt Gelsenkirchen sei von Indianern gegründet worden. Danach wären jene bis mindestens nach Waltershausen in Thüringen gewandert. Der Multicar ist demnach also ein Indianerauto. Und jetzt komme mir niemand mit, „Indianer“ sage man nicht mehr. Das war ein Traum! Kein Traum, die USA haben jetzt ebenfalls eine Sonde zum Mars hoch geschickt. In der letzten Woche Montag die Vereinigten Arabischen Emirate, den Mittwoch darauf China, gibt es etwas das uns verschwiegen wird? Bin ich da etwas ganz Großem auf der Spur? Pop-Sängerin Madonna auf jeden Fall hat schon etwas ganz Großes heraus bekommen. Seit Monaten nämlich sei ein bereits bewährter Impfstoff gegen Covid-19 verfügbar. Dieser jedoch werde geheim gehalten, „damit die Reichen reicher und die Armen und Kranken kränker werden“. Ihr dazu gehöriges Video bei Instagram wurde natürlich sofort gelöscht. Schweine! Rekordwerte an Neuinfizierten melden Australien, 723 am Tag, Japan, 1.002 am Tag, die Ukraine, 1.197 am Tag, Indien, 52.123 am Tag und Brasilien, 69.074 am Tag. Über 200 Covid-19-Tote im Senegal, über 300 in Kenia, über 45.000 in Mexiko, über 90.000 in Brasilien, über 150.000 in den USA. Mitten in der Krise öffnet sich das weltweit am zweitstärksten von Corona betroffene Land für ausländische Touristen. Wer nach Brasilien einreisen möchte, muss allerdings eine Krankenversicherung vorweisen, die innerhalb des Landes auch gültig ist. Abenteuerlustig?

Heute: Berlin, Kulturfabrik Moabit, 20 Uhr: Die Brauseboys, Lesebühne mit Volker Surmann, Thilo Bock und Robert Rescue, zu Gast sind Lutz Steinbrück und icke (Open Air!)

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