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Corona-Tagebuch 217

24. Januar 2021

Es ist kein speziell auf die Pandemie gemünzter Spruch, aber man hört ihn gerade wieder häufiger, dieses „Uns geht es doch noch gut, hier in diesem Land“, nicht selten verbunden mit einem „dafür sollten wir auch mal dankbar sein“. Bringt mich jedes Mal auf die Palme. Haben diese Leute keine Augen im Kopf? Nicht „uns“ geht es doch gut „hier in diesem Land“, sondern gewissen Gruppen und Schichten der Bevölkerung, die, zugegebenermaßen, die Mehrheit bilden, zu welcher auch ich gehöre. Da kann ich die Wut derjenigen verstehen, denen es eben nicht „noch gut“ geht, weil sie durch diesen Spruch ausgegrenzt werden. Sie existieren nicht, für die Sprücheklopfer. Wer in einer kleinen Wohnung sitzt, mit Kind, allein erziehend, und die Miete nicht zahlen kann, weil die versprochenen Hilfen nicht fließen, dem geht es beschissen, und das sind nicht wenige. Und klar kann man zum Amt und Anträge stellen, „man“ kann das schon, nur macht das mal und behauptet anschließend weiter, uns gehe es doch „gut“. Mit stillem Protest haben vor ein paar Tagen schwarz gekleidete Frisörinnen, Kosmetikerinnen und Kundinnen (männliche Form dazu denken) in Dresden auf die prekäre Lage ihrer Branche aufmerksam gemacht. Bisher hätten die Betriebe keine oder nur ein Bruchteil zugesagter Hilfsgelder erhalten. Solche Proteste sollten unterstützt werden, damit die Menschen nicht den Kampf gegen die Pandemie insgesamt in Frage stellen. Mehrere Dutzend Kneipen und Restaurants öffneten gestern in Tschechien trotz Verbotes ihre Türen (merkte gerade noch rechtzeitig, dass ich Tüten statt Türen schrieb, zunächst) für Gäste. Sie folgten dem Aufruf der Initiative „Chcipl pes“ (Der Hund ist verreckt), eine Verballhornung des Corona-Warnstufensystems „Pes“ (Hund) der Regierung. „Das Virus ist schlauer als die Regierung und macht sowieso was es will“ kritisieren die Organisatoren „Wir müssen zur Normalität zurückkehren.“ Hunderte Gaststätten hatten ihre Teilnahme angekündigt, die meisten machten allerdings einen Rückzieher. Es drohen empfindliche Bußgelder. In Erfurt demonstrierten gestern 1.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Wegen 14 bestätigter B.1.1.7.-Infektionsfälle wurde das Berliner Humboldt-Klinikum komplett unter Quarantäne gestellt. 79 Mitarbeiter der Lübecker Sana-Kliniken sind bis Sonnabend positiv getestet worden. Grund könnte ein zunächst symptomfreier Patient sein, der erst negativ, später jedoch positiv getestet worden war. Sämtliche verschiebbaren Eingriffe werden ausgesetzt. In Neuseeland hat es nach mehr als 2 Monaten erstmals wieder eine inländische Neuinfektion gegeben. Ägypten beginnt heute mit dem Impfen des chinesischen Vakzins von Sinopharm. Israel hat bereits begonnen Jugendliche zu impfen. Damit soll Schülerinnen und Schülern, die vor dem Abitur stehen, die Teilnahme am Präsenzunterricht ermöglicht werden. Nach tagelangen Protesten vor allem Jugendlicher gegen Armut und Arbeitslosigkeit in Tunesien hat die dortige Regierung sämtliche Demonstrationen verboten, wegen Corona. In der italienischen Region Lombardei dürfen ab morgen die Läden wieder öffnen, wegen sinkender Infektionszahlen. Frankreich verlängert seinen Gesundheitsnotstand bis 1. Juni. Über 400 Covid-19-Tote meldet Malawi, über 5.000 Panama, über 10.000 Portugal, über 85.000 Italien, über 415.000 die USA. In Bochum hat ein Einbrecher die Scheibe eines Geschäftes zertrümmert und knapp 1.000 FFP-2-Masken erbeutet. Wie die Polizei mitteilte, wurde er noch in Tatortnähe festgenommen, die Masken sichergestellt.

Heute: Weltweites Internetz, Facebookkanal der Reformbühne Heim & Welt, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt (Livestream) mit Susanne Riedel, Spider, Heiko Werning, Gott und mich, aus Gran Canaria zugeschaltet: Falko Hennig, aus Weimar zugeschaltet unserer musikalischer Stargast Andreas Max Martin (erotischer Jazz-Pop), mit einem Text unseres Technik-Genies Frank Sorge, Quatsch, Geschenken gegen Kapitalismus und einem Kaulquappenballett Spenden bitte per Pay Pal unter reformbuehne@gmail.com oder klassisch an Heiko Werning IBAN: DE78 100 500 00 0310264790

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Corona-Tagebuch 216

23. Januar 2021

Ich bin noch lange nicht dran und mache mir trotzdem Gedanken, was danach kommt, also wenn ich geimpft bin, wir alle geimpft sind, zumindest die, die es wollen. Wie lange hält so ein Impfschutz? Nach jetzigem Stand gehen die Wissenschaftler, laut meiner Internetrecherche, davon aus, dass der Schutz mindestens 5 Monate nach Injektion andauert. Nun sind 5 Monate nicht lang. Wenn wir etwas Jüngeren womöglich im Juli geimpft werden, könnte es dann sein, dass diejenigen, die jetzt geimpft werden, es erneut tun müssten? Oder habe ich da einen Denkfehler? Falls nicht, bedeutet das, die Impfkampagne müsste ständig weiter geführt werden, so lange die Infektionszahlen nicht weltweit auf 0 sind. Was gleichzeitig bedeutet, internationale Solidarität ist, auch im Eigeninteresse jedes Landes, zwingend vonnöten. Man ist nicht sicher, so lange sich irgendwo auf der Welt das Virus noch verbreitet. In Hannover haben 80 Menschen für eine Patentfreigabe der Corona-Impfstoffe demonstriert: „Gebt die Patente frei – Corona-Impfstoffe für alle“ stand auf Transparenten. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wenn es um Leben und Tod geht, sollte der Gewinn keine Rolle spielen, denkt man. Wenigstens dann! Bezweifel jedoch, dass sich die Vernunft durchsetzt. Mecklenburg/Vorpommern lässt als erstes Bundesland Corona-Impfungen von Hausärzten ausführen. Bei einem Reiserückkehrer aus Hessen wurde die brasilianische Mutationsvariante nachgewiesen. Mehr als 20 Länder hat Deutschland zu Hochrisikogebieten erklärt, darunter Tschechien, Spanien, Portugal, Ägypten und die USA. Unter anderem also Ägypten, wo gerade die Handball-WM läuft und die Deutschen morgen gegen Brasilien antreten. Gut, Handball ist wichtig, da nimmt man ein Hochrisiko eben in Kauf. Belgien verbietet sämtliche nicht zwingend notwendigen Reisen bis Anfang März. Madrid zieht die Ausgangssperre auf 22 Uhr vor, Gaststätten bleiben trotz rasant steigender Fallzahlen bis 21 Uhr geöffnet. Dafür wird die Balearen-Insel Ibiza abgeriegelt. Nur zum Arzt oder zur Arbeit, darf man hin oder weg. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 14 Tagen auf 100.000 Einwohner liegt dort mittlerweile bei mehr als 1.800. Zum Vergleich, in Deutschland liegt sie aktuell bei 115. In Hongkong gibt es zum ersten Mal eine komplette Ausgangssperre für rund 150 Wohnblöcke mit circa 9.000 Menschen, nach wenigen Neuinfektionen. 1.700 Polizisten überwachen deren Einhaltung. Oslo schließt bis auf Lebensmittelläden alle Geschäfte und die Restaurants bis 1. Februar. In Simbabwe sind kurz hintereinander der Verkehrs- und der Außenminister an Covid-19 gestorben, insgesamt erlagen bereits 4 Minister der Seuche. Weitere Kabinettsmitglieder kämpfen derzeit in Krankenhäusern um ihr Leben. Die evangelische Theologin Petra Bahr beklagt in der TAZ die Anonymität der Corona-Toten: „Morgens erst mal die Todeszahlen wie Börsendaten, das ist für viele Routine geworden.“ Muss mir diesen Stiefel anziehen. Leider. Über 600 Covid-19-Tote meldet Sambia, über 5.000 Japan, über 6.000 Tunesien, über 8.000 Bangladesch, über 9.000 die Schweiz, über 35.000 Polen, über 40.000 Südafrika, über 215.000 Brasilien. Der Bedarf nach Hunden sei während der Pandemie in Deutschland so stark gestiegen, dass nach Aussage des Vorsitzenden des rheinland-pfälzischen Verbandes für das deutsche Hundewesen (VDH), Herbert Klemann, die Züchter gar nicht so viel züchten könnten, wie nachgefragt werde. Bundesweit wurden 2020 nach seinen Angaben 20% mehr Hunde gekauft als im Jahr zuvor. Klemann: „Den Züchtern wird die Hütte eingerannt.“ Auf 10 Millionen schätzt der Verband die Zahl der Köter hierzulande. Wuff!

Tipp für heute: Im Internet gibt es nicht nur schöne Katzen-, sondern auch ganz süße Hundevideos, wirklich!

 

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Corona-Tagebuch 215

22. Januar 2021

Ich habe es getan. Zwei Gäste empfangen, mit ihnen gegessen, getrunken, geredet und Musik gehört, als gebe es keine Infektionsgefahr. Wir hatten richtig viel Spaß. Dabei befürworte ich die Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Bin ein Beispiel, für den Zwiespalt zwischen allgemeinem Verständnis und persönlichem Verhalten. Bereue ich es? Ja, würde ich antworten, folgte ich meinem naturwissenschaftlichem Bewusstsein. Doch das Ego sagt: „Nein“. Ich fühle mich wesentlich besser heute, trotz der Nebenwirkungen des Alkohols. In der Küche stehen zwanzig leere Bierflaschen, oder fünfzig, oder ich übertreibe. Frankreichs Präsident Macron geht nach eigenem Bekunden ein Stückweit auf kürzlich demonstrierende Studenten zu und bietet ihnen künftig zwei Mahlzeiten pro Tag zum Preis von jeweils 1 € an. Außerdem dürfen sie einen Tag pro Woche zum Präsenzunterricht an der Uni zurück kehren, sofern sie das möchten. Französische Wissenschaftler dagegen warnen vor einem erneuten Anstieg der Fallzahlen und fordern härtere Maßnahmen. In Bulgarien werden Mittelschulen und Gymnasien vom 4.2. an wieder für den Präsenzunterricht geöffnet. Portugal schließt seine Schulen und Universitäten für mindestens 15 Tage, auch digitaler Ersatzunterricht findet nicht statt. Mittlerweile sind 20 % der portugiesischen Neuinfektionen auf die mutierte B.1.1.7.-Variante zurückzuführen. Bei einem Massentest im Schweizer Nobelkurort Sankt Moritz entdeckte man 53 Infektionen, 31 davon gehörten zur B.1.1.7.-Variante. Laut dem US-amerikanischen Regierungsberater Anthony Fauci, ist jene Variante bereits in über 20 US-Bundesstaaten angekommen. Lettland verlängert seinen Shutdown bis zum 7. Februar. Nordirland verlängert seinen Shutdown bis zum 5. März. Der Libanon verlängert die strikte Ausgangssperre (ganztägig!) um 14 Tage, auch Lebensmittelläden dürfen nur Bringedienste anbieten. Die Niederlande verhängen das erste Mal seit dem 2. Weltkrieg eine landesweite Ausgangssperre zwischen 21 und 4:30 Uhr. Rekorde an Neuinfektionen melden Mexiko, 22.339 und Spanien, 44.357. Sri Lanka lässt den Astrazeneca-Impfstoff zu. Ungarn lässt den russischen ‚Sputnik-V‘-Impfstoff zu. China will seinem Nachbarland Pakistan eine halbe Million Impfdosen spenden. Indien spendet seinem Nachbarland Nepal eine Million Impfdosen. In jüngster Vergangenheit hatte Indien Nepal vorgeworfen eine zu große Nähe zu China zu haben. Aber, was sollen sie tun? Sich ein anderes Territorium suchen? Wo ist denn noch was frei? Das Königreich Bhutan zögert den Impfbeginn hinaus, es fehle genügend Impfstoff und ein glücksbringendes Datum. Der Zeitraum zwischen dem 14.02. und dem 13.03. sei definitiv nicht geeignet, heißt es, man wolle noch abwarten. Mexiko meldet einen Höchststand täglicher Covid-19-Opfer, 1.803. In dem Land starben 2020 knapp 275.000 Menschen mehr, als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018. Über 100 Covid-19-Tote verzeichnet Botswana, über 900 Simbabwe, über 3.000 Myanmar und Georgien, über 15.000 Tschechien, über 55.000 Spanien, über 145.000 Mexiko, über 410.000 die USA. Der Abgeordnete und Vorsitzende der ultrarechten tschechischen Bewegung ‚Die Einigen – Alternative von Patrioten‘ (was für ein bescheuerter Name!) Lubomir Volny (der Name klingt doch eigentlich ganz schön), dem nach persönlichen Beleidigungen bei einer Parlamentsdebatte über die Verlängerung des Corona-Notstandes das Mikrophon abgeschaltet worden war, hat sich eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Sitzungspräsident Tomas Hanzel geliefert und als diesem einige Parlamentarier zu Hilfe eilten, mit Prügel gedroht und geschrien: „So bringt ihr mich nicht zum Schweigen!“ Die Sitzung wurde live im Fernsehen übertragen.

Tipp für heute: Immer darauf achten, ob das Fernsehprogramm auch wirklich altersgerecht ist, falls Kinder zugucken.

 

 

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Corona-Tagebuch 214

21. Januar 2021

Die Sonne scheint, bei über 10°C. Viele Vögelchen sind bereits fleißig auf Partnersuche. Und in Deutschland sinken die Fallzahlen, im Vergleich zur vergangenen Woche zumindest. Das tun sie auch in vielen anderen europäischen Staaten, in Schweden, in Russland, in Tschechien beispielsweise und es scheint vollkommen egal, was für Maßnahmen die einzelnen Länder ergreifen oder ergriffen haben. In Schweden darf abends in Gaststätten kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, hier ist fast alles zu, seit Wochen schon. Nach Ansicht von Wissenschaftlern des Imperial College bremst der dritte Shutdown in England die Infektionszahlen kaum. Großbritannien verzeichnete gestern erneut einen Höchststand an Covid-Todesopfern, 1.820 am Tag. Premier Boris Johnson zeigte sich entsetzt. Steigen tun die Infektionszahlen rasant in Spanien und in Portugal. Portugal hat strenge Maßnahmen ähnlich wie Deutschland ergriffen, Spanien vollkommen unterschiedliche, in Madrid zum Beispiel darf man immer noch in die Kneipe. Ich bin gespannt, ob und wann man tatsächlich weiß, welche Maßnahmen sinnvoll sind oder waren. In mehreren französischen Städten haben Studenten gegen Corona-Maßnahmen protestiert. Sie forderten, dass es für „alle Studenten“ wieder Lehrveranstaltungen geben solle, auch wenn bei reduzierter Teilnehmerzahl Lehrkräfte eingestellt werden müssten. Bei einer Demonstration in Paris wurden Parolen wie: „Inkompetente Politik, sterbende Jugend“ gerufen. In den vergangenen Wochen waren mehrere Suizide oder Suizid-Versuche unter Studierenden bekannt geworden. Australien meldet den vierten Tag infolge keine neuen Infektionsfälle, die Regierung des bevölkerungsreichsten Bundesstaates New South Wales stellte mittlerweile Lockerungen in Aussicht. Sri Lanka will wieder Touristen ins Land lassen, etwa 180 Hotels dürfen Unterkünfte anbieten. In Moskau können Kinos, Theater und Konzertsäle mit 25%-iger Auslastung wieder genutzt werden, auch Museen, Bibliotheken und Kinderzentren öffnen. Indien will eigens produzierte Impfstoffe kostenlos an andere Länder abgeben. Zunächst sollen Bhutan, die Malediven, Bangladesh, Nepal, Myanmar und die Seychellen beliefert werden. Außenminister Subranmanyan Jaishankar: „Die Apotheke der Welt wird liefern, um die Covid-Herausforderung zu meistern.“ Heute gilt Indien als diese, früher nannte man Deutschland so. Im Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf ist bei 4 Patienten und 2 Mitarbeitern die B.1.1.7.-Variante nachgewiesen worden. Zwei Fälle dieser Variante meldet auch China, wo es gestern insgesamt 144 Neuinfektionen gab. Über 300 Covid-19-Tote verzeichnet Namibia, über 50.000 Deutschland, über 405.000 die USA. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) spricht sich für eine „Schweigepflicht“ im Öffentlichen Nahverkehr aus. Er sei für ein Telefonierverbot, so Verbandspräsident Ingo Worthmann im Deutschlandfunk: „Das würden wir sehr stark unterstützen.“ Ein solches Telefonierverbot existiert bereits, in Spanien. Worthmann räumte allerdings ein, es sei „schwer zu kontrollieren“.

Tipp für heute: Für mich entscheidend, was man sagt und wie man es sagt.

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Corona-Tagebuch 213

20. Januar 2021

Der Shutdown wurde gestern erneut verlängert, jetzt bis zum 14. Februar. Schulen und die meisten Läden bleiben zu, Gastronomie und Kultur sowieso. Betriebe sollen Home-Office einführen, „da, wo es möglich ist“. Außerdem beschlossen, eine Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken oder OP-Masken im Einzelhandel und ÖPNV. Da folgt man dem bayrischen Vorbild, wo dies seit Montag bereits gilt. Empfänger von Grundsicherung, Obdachlose und Nutzer von Tafeln (gemeint sind Lebensmittelausgabestellen für arme Menschen, nicht solche, wo man mit Kreide drauf schreibt oder malt) bekommen vom Freistaat kostenlos 5 (!) FFP-2-Masken zugeteilt. Waschen darf man sie nämlich nicht, sie gelten als Einwegprodukt, man kann sie allerdings, wie Experten raten, mehrmals verwenden, falls man sie zwischendurch bei Zimmertemperatur mindestens 7 Stunden an einem Haken aufgehängt trocknet. Für 7 Tage sollten 7 Masken vorrätig sein, die man dann abwechselnd benutzt. Dies nun bitte einem Obdachlosen erklären. Anderes Problem, solche Masken funktionieren wohl nicht richtig bei Bartträgern. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) hat sich deshalb seinen abrasiert und eine ‚Bart-ab-Challenge‘ ins Leben gerufen. Mal sehen, ob sich unsere Hipster (gibts die überhaupt noch?) in Berlin-Mitte daran beteiligen. Gekippt hat der bayrische Verwaltungsgerichtshof das allgemeine Alkoholverbot in Bayern, in der Öffentlichkeit. Er verwies darauf, dass nach dem Infektionsschutzgesetz jenes nur an bestimmten Orten zulässig sei. Prost! Weil es vor Corona schützen sollte, haben tausende Menschen auf Sri Lanka ein Wundermittel aus Honig, Muskatnuss, Koriander und anderen Kräutern getrunken, von dem ein heiliger Mann behauptete, das Rezept direkt von der hinduistischen Göttin der Zerstörung, Kali, erhalten zu haben. Unter jenen, welche den Trunk probierten, befand sich auch der Minister für Frauen, Kinderentwicklung und Bildung (!) Piyal Nishantra de Silva, der nun wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Auch Israel verlängert seinen Shutdown bis 31.01.. In Washington D.C. findet heute zum ersten Mal die Amtseinführung eines neuen Präsidenten unter Militärschutz und ohne Publikum statt. Stattdessen wurden viele kleine USA-Fähnchen in den Boden gesteckt. Als letzte Amtshandlung begnadigte Donald Trump schnell noch einige seiner korrupten Spießgesellen, darunter den bekannten Rechtsextremen Steve Bannon, seinen Ex-Berater. In Chinas Hauptstadt Peking wurde der südliche Bezirk Daxing abgeriegelt, wo mehrere Neuinfektionen auftraten. Außerdem bauen in der Millionenmetropole Shijiazhuang hunderte Arbeiter ein, laut welt.de, „riesiges“ Quarantänezentrum. Bulgarien meldet, wie auch andere europäische Länder, einen starken Rückgang der Fallzahlen, Mexiko hingegen einen neuen Höchstwert täglicher Covid-19-Opfer, 1.584, desgleichen in Großbritannien, 1.610. Relativ zur Bevölkerung gesehen hat Großbritannien mittlerweile die meisten Pandemie-Toten, 16,5 pro eine Million Menschen, knapp vor Tschechien und Portugal, in Deutschland und den USA sind es ungefähr 9. Die WHO rechnet „bald“ mit 100.000 Covid-19-Toten pro Woche, weltweit. Zwar steigen die Zahlen im südlichen Afrika und einigen amerikanischen Ländern, angesichts des Rückgangs in vielen europäischen Staaten kann ich diese düstere Prognose jedoch nicht nachvollziehen. Noch nicht? Über 400 Covid-19-Tote meldet Eswatini (Swasiland), über 800 Simbabwe, über 1.000 Lettland, über 2.000 der Libanon, über 8.000 Marokko, über 10.000 die Philippinen, über 400.000 die USA. Wie die Chefin des Allensbach-Meinungsforschungsinstitutes, Renate Köcher, mitteilt, sehen nach einer Umfrage 40% der Deutschen die Berichterstattung der Medien jetzt kritischer als vor der Pandemie. Köcher weiter, in der Generation der 30 bis 59-jährigen ziehe „inzwischen die Hälfte die Bilanz, dass es ihr schlechter geht als vor Corona, und zwar nicht materiell, sondern psychisch, von dem ganzen Lebensgefühl her.“

Tipp für heute: Vor dem Spiegel ein Gesicht machen, als wäre man wichtig. Sieht lustig aus.

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Corona-Tagebuch 212

19. Januar 2021

Leichte Rückenschmerzen. Mache trotzdem meine Morgengymnastik. Hat Großmutter auch immer gemacht, Tag für Tag. Im Bett. Einmal habe ich sie als Kind dabei erwischt und sie hatte ihre Perücke noch nicht auf. Wer sich von uns beiden mehr erschreckte? Gute Frage. 6.600 Menschen haben in Deutschland bis gestern Nachmittag den vollen Corona-Schutz erhalten, sind also zweimal geimpft worden. Die haben es gut. Erstmals gelang es österreichischen Forschern Coronaviren zu fotografieren. Das Unterehmen ‚Nanographics‘ hat Bilder veröffentlicht, welche von schockgefrorenen Proben stammen. Sehen die Viren deshalb so grau aus? Normalerweise präsentiert man sie als Modell doch immer besonders farbenfroh. Lila, oder schwarz-gelb-rot, oder rot-grün. Die Daten wurden von der Pekinger Tsinghua-Universität zur Verfügung gestellt, wo Forscher intakte Viruspartikel extrahierten. ‚Nanographics‘ erklärt dazu: „Viren sind sehr klein. Eintausend von ihnen nebeneinander aufgereiht sind so dick wie ein Haar.“ Ich möchte hinzufügen, sie sehen auch sehr niedlich aus. Gibt es eigentlich Virenschützer? Menschen, die sich für Virenrechte einsetzen? Tschechien verlängert den Corona-Notstand bis 21. Februar. Disneyland Paris verschiebt die Wiedereröffnung seines Vergnügungsparks auf den 2. April. Spanien verzeichnete am Wochenende 84.287 Neuansteckungen. Einen Rekord an Neuinfektionen gab Israel bekannt, 11.369 Fälle am Tag. In China, 118 Neuinfektionen, am siebten Tag infolge über 100 und damit der schwerste Ausbruch seit März 2019. Die meisten Ansteckungen meldete die Stadt Jilin, 43. Nach Behördenangaben sei die Ursache ein infizierter Geschäftsmann aus der Nachbarprovinz Heilongjiang. Laut EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sind in der EU bereits mehr als 400.000 Menschen an der Pandemie gestorben. 40% der Deutschen plädieren für eine Verschärfung des Shutdowns hierzulande, teilte das Meinungsforschungsinstitut YouGov mit, 21% sind für die Beibehaltung, 17% für Lockerungen, 13% für ein Ende des Shutdowns, 8% machten keine Angaben. Kalifornien empfiehlt den vorläufigen Stopp der Impfungen mit dem Moderna-Vakzin wegen einiger schwerwiegender allergischer Reaktionen. Über 100 Covid-19-Tote verzeichnet Lesotho, über 3.000 Armenien, über 9.000 Portugal, über 90.000 Großbritannien, über 210.000 Brasilien. In Schwerte (Nordrhein/Westfalen) hat die Polizei nach einem Hinweis aus der Bevölkerung ein coronaregelwidriges Treffen aufgelöst, an dem mindestens ein Frisör teilnahm. 20 Personen befanden sich im Untergeschoss eines Geschäftshauses, ohne ausreichenden Abstand und Maske. Unten, auf dem Fußboden, lagen abgeschnittene Haare.

Tipp für heute: Wer braucht schon Frisöre, selbst ist der Mensch!

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Corona-Tagebuch 211

18. Januar 2021

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat heute mit 7.141 Neuinfektionen in Deutschland den niedrigsten Wert seit Oktober verkündet. Kann man sich mal freuen, denke ich, obschon es verwundert, dass Rheinland/Pfalz genau 2 (!) Neuinfektionen dem Institut meldete. Wenn es denn stimmt, wäre das natürlich super-prima, falls nicht, verstehe ich nicht, warum man überhaupt etwas meldete. ‚Die Daten sind nicht da, oh nein, Katastrophe, lass uns wenigstens irgendwas weiter geben, sag mal 2, ist doch egal.‘ War es so? Auch die Ukraine meldet einen Tiefstwert bei den Neuinfektionen, seit September sogar, 3.034. Der Shutdown soll dort am 25.01. enden. Geht der Seuche jetzt auch in Europa die Luft aus? In Bayern ist das Tragen von FFP-2-Masken im Einzelhandel und ÖPNV seit heute Pflicht. Eine FFP-2-Maske schützt besser vor Viren, allerdings nur, wenn sie höchstens 75 Minuten, andere sprechen von bis zu 7 Stunden, getragen wird. Sie ist eine Einwegmaske, wie will man kontrollieren, dass diese Maske entsprechend getragen wird und nicht länger oder öfter? Typischer Markus-Söder-Schwachsinn, einfach irgendwie vorpreschen, egal ob es Sinn ergibt, Hauptsache mein Name steht in der Presse. Diskutiert wird jetzt auch eine nächtliche Ausgangssperre. Frage mich, ob diejenigen, die das fordern, einmal des nächtens raus gegangen sind, derzeit. Die Innenstädte sind fast komplett leer. Was will man auch draußen, wenn alles zu hat? Jene Wenigen, die durch die Straßen laufen, gehen spazieren, so wie ich das öfter tue. Uns kann man mit einer nächtlichen Ausgangssperre ärgern und sicher auch die Polizisten, die das kontrollieren müssen, für das Infektionsgeschehen jedoch dürfte so etwas bedeutungslos sein. Lenkt aber vielleicht ab, von Maßnahmen in der Arbeitswelt. In Griechenland öffnen seit heute die Geschäfte wieder. Brasilien hat zwei Impfstoffe von Sinovac und Astrazeneca zugelassen und gestern mit dem Impfen begonnen. Israel kündigt Impfungen auch für palästinensische Häftlinge an und meldet einen signifikanten Rückgang der Neuinfektionen bei über 60-jährigen, von denen viele bereits geimpft wurden. Verlängern tut Österreich seinen Shutdown bis 7. Februar. 75 Bewohner eines belgischen Altersheimes in Merkem (Westflandern) sind positiv auf die B.1.1.7.-Variante getestet worden, zwei Drittel jener da Lebenden. In der übrigen Gemeinde wurden 53 Fälle registriert. „Der Ursprung des Ausbruchs ist noch unbekannt, aber wir sind jetzt bei der Kontaktnachverfolgung“, so der Bürgermeister. Eine bisher unbekannte Virusmutation ist am Klinikum Garmisch-Partenkirchen entdeckt worden, meldet der ‚Münchner Merkur‘. Über 300 Covid-19-Tote verzeichnet Uruguay, über 600 Malaysia, über 700 Simbabwe, über 3.000 Aserbaidschan, über 4.000 Israel, über 65.000 Russland. Zwei bemerkenswerte Initiativen sind mir seit gestern zu Ohren gekommen, zum einen die ‚Zero Covid‘, welche durch strenge Maßnahmen, unter anderem dem Aussetzen der Arbeitspflicht, die Infektionsrate in Europa auf 0 senken möchte. Zum zweiten die Initiative der Kölner Lesebühnenkollegin Katinka Buddenkotte (Rock ’n Read) ‚Schrei um zwei‘, bei der sich Interessierte, ähnlich den Klatschern im Frühling, 14 Uhr auf ihrem Balkon oder am Fenster einfinden und einfach mal losschreien. Gut für die Psyche, denke ich.

Tipp für heute: Warum nicht?

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Corona-Tagebuch 210

17. Januar 2021

Freue mich wie Bolle auf die heutige Reformbühne. Der Sonntag ist für mich ein Feiertag, weil ich arbeiten darf. Wer hätte gedacht, dass ich jemals so etwas sagen würde? In Schottland ist das Arbeiten im Homeoffice jetzt, soweit es die Tätigkeit zulässt, verpflichtend. Das könnten wir natürlich ebenso machen. Nur noch per Zoom-Konferenz senden, von zuhause aus. Aber, da bin ich ehrlich, das sehe ich nicht ein, warum wir Bühnenproleten noch auf das letzte bisschen Interaktion verzichten sollen, während der überwiegende Teil der Bevölkerung knuffen geht als gäbe es keine Pandemie. Frage mich, was es für ein Zeichen ist, spielt die deutsche Handball-Nationalmannschaft ein Turnier wie die aktuelle WM in Ägypten weiter, obwohl dort Mannschaften nicht mal mehr antreten können, weil so viele von ihnen positiv getestet wurden. Lässt man das zu und überträgt es auch noch im Fernsehen, kann ich schon Menschen verstehen, die daraufhin denken, so schlimm kann das Virus ja nicht sein. Bundesaußenminister Heiko Maas ist der erste Spitzenpolitiker, der sich dafür ausspricht Geimpfte künftig wieder in Restaurants oder Kinos zu lassen. Ließe sich mit einem Impfpass sicher einrichten, frage mich lediglich, welche Gastronomen oder Kinobetreiber das Risiko eingehen, nur für jene Klientel zu öffnen. Und, mindestens im Restaurant, bliebe das Problem der Kontrolle. Einlasser, wie im Club? In Italien müssen die meisten Bars und Restaurants wieder schließen, nachdem sie vor kurzem erst öffneten und davor.., undsoweiter. Pakistan lässt den Astrazeneca-Impfstoff zu. Im niedersächsischen Weyhe bei Bremen ist eine 90-jährige Frau eine Stunde nach ihrer Impfung gestorben. Rechtsmediziner konnten keine Verbindung zur vorangegangenen Impfung herstellen, eine abschließende Beurteilung durch das Paul-Ehrlich-Institut steht noch aus. Die norwegische Arzneimittelbehörde warnt vor möglichen Folgen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für sehr alte Menschen mit Vorerkrankungen. 29 Patienten über 75 Jahren seien in dem skandinavischen Land nach einer Impfung gestorben. „Die meisten Menschen haben die erwarteten Nebenwirkungen des Impfstoffs erfahren, wie Übelkeit und Erbrechen, Fieber, lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und eine Verschlechterung ihrer Vorerkrankung“, teilte die Behörde mit. Eine erhöhte Gefahr lasse sich nicht allgemein daraus schließen: „In Norwegen werden derzeit ältere Menschen und Menschen in Pflegeheimen mit schweren Grunderkrankungen geimpft. Daher ist zu erwarten, dass Todesfälle in der Nähe des Zeitpunkts der Impfung auftreten können.“ Dennoch erwägt das Land, seine Impfstrategie anzupassen. Die Behörde erklärte, dass „für Menschen mit schwerer Gebrechlichkeit selbst relativ milde Nebenwirkungen des Impfstoffs ernste Folgen haben können.“ Vor- und Nachteile müssten abgewägt werden. 256 mal wurde die B.1.1.7.-Variante des Coronavirus bisher in Dänemark nachgewiesen, die 502.V2-Variante einmal. Italien streicht wegen neuer Virus-Varianten alle Brasilien-Flüge. Weltweit ist die Zahl der Flugpassagiere 2020 um 60% zurück gegangen. Schrumpfen tat auch das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2020 um 5%. Der Schweizer Verein ‚Freunde der Verfassung‘ will mit einem Referendum die Kippung des Covid-Gesetzes zur Eindämmung der Pandemie erreichen. In Wien haben 10.000 Menschen, unter ihnen viele FPÖ-Politiker und Rechtsextreme, gegen die österreichischen Corona-Maßnahmen protestiert und einen Rücktritt der Regierung gefordert. Über 100 Covid-19-Tote meldet Burkina Faso, über 300 Malawi, über 140.000 Mexiko, über 395.000 die USA. Der Präsident des Robert-Koch-Institutes Robert Wieler: „Am Ende dieses Jahres werden wir die Pandemie kontrolliert haben.“ Bin ich froh, solche Vorhersagen nie geben zu müssen.

Heute: Weltweites Internetz, Facebookkanal der Reformbühne Heim & Welt, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt (Livestream) mit Susanne Riedel, Spider, Heiko Werning, Gott und mich, aus Gran Canaria zugeschaltet Falko Hennig, aus Steglitz zugeschaltet Jürgen Witte, mit einem Text unseres Technik-Genies Frank Sorge und dem Superstargast Lukas Meister (Lieder!) Spenden bitte per Pay Pal an reformbuehne@gmail.com oder klassisch an Heiko Werning IBAN: DE78 100 500 00 0310264790

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Corona-Tagebuch 209

16. Januar 2021

Mangels Möglichkeiten auswärtiger Zerstreuung und weil einem das Lesen von Büchern und das Leergucken der Mediatheken irgendwann zum Halse heraushängt, kommt man ab und zu auf vollkommen verrückte Ideen. Nein, nicht basteln oder heimwerken, ich hasse basteln und heimwerken, gestern aber erklärte meine Tochter, sie könne sich eine App auf ihr Taschentelefon installieren, mit der sich Pflanzen bestimmen ließen. Ich besitze zwar nur fünf Zimmerpflanzen, bei einer handelt es sich um eine Orchidee, die mir leid tat, weil sie jemand in die Hausdurchfahrt stellte, bei einer weiteren um Basilikum, der mittlerweile mehr als zwei Jahre durchhält, nur noch über drei Blätter verfügt, aber wer weiß, ich jedenfalls gebe ihn nicht auf, bei den anderen drei jedoch wusste ich nicht, wie sie heißen. Hatte mir ja geschworen, nie mehr Pflanzen zu quälen, selbst Kakteen ließ ich bereits verdursten, doch was soll man tun, wird einem das Zeug in die Wohnung gestellt? Das riesige Gerät zum Beispiel, weswegen ich mehrmals schon überlegte die Zimmerdecke zu entfernen, es will gen Himmel, tut mir so leid und nennt sich, das weiß ich jetzt dank App, ‚Duftender Drachenbaum‘. Meiner sieht zwar anders aus, als auf den Fotos im Netz, das jedoch liegt möglicherweise daran, dass ich ihn mit Finger- und Fußnägeln füttere. Dazu gibt es noch die ‚Efeutute‘, lustiger Name, doch die Pflanze hat jeder schon mal gesehen, im Arbeitsamt zum Beispiel, oder beim Ministerium für Staatssicherheit. Sie ist unvernichtbar, angeblich. Meine Fünfte besitzt nur noch ein Blatt, da verweigerte die App eine Antwort, weswegen wir ein Ersatzfoto schickten, von einer Plasteblume, einer völlig verstaubten und, tätä, die ging als ‚Asiatischer Hahnenfuß‘ durch. Werde ich meinen Enkelkindern noch von erzählen. Corona-Abenteuer. Armin Laschet wurde gestern zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt und die niederländische Regierung trat zurück. Gewaltsame Proteste gab es trotz Ausgangssperre in Tunesien. Sachsen will kommende Woche eine Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen. Zwar seien solche bisher nicht bekannt, das jedoch könne sich ja ändern. Die Verweigerer dürfen allerdings erst nach Gerichtsbeschluss dort „abgesondert“ werden. Madrid riegelt 5 Gemeinden und 6 kleinere Bezirke für zwei Wochen ab, man darf sie nur aus „triftigen Gründen“ noch verlassen oder betreten. Im Iran wird es 2021 erstmalig keine Großkundgebungen zum Jahrestag der Islamischen Revolution geben. Höchstens Auto- oder Motorradkorsos werden veranstaltet, so Präsident Rohani. Rekorde an Neuinfektionen melden Tunesien, 4.170, Indonesien, 14.224 und Spanien, 40.197. Sein erstes Covid-19-Todesopfer verzeichnet der Karibikstaat Saint Vincent und die Grenadinen. Über 400 Covid-19-Tote in Mauretanien, über 500 im Senegal, über 7.000 in Österreich, über 70.000 in Frankreich, über 390.000 in den USA. Weltweit starben bisher mehr als 2 Millionen Menschen an der Pandemie. Weil ein niederländischer Fluggast sich weigerte den Mund-Nasenschutz aufzusetzen, hat ein Pilot in München den Start nach Südafrika abgebrochen. Es konnte erst losgehen, nachdem Polizisten den Verweigerer aus der Maschine geholt hatten. Die restlichen Passagiere werden sich garantiert bedankt haben.

Tipp für heute: Das Ding da bestimmen, was in der Ecke steht.

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Corona-Tagebuch 208

15. Januar 2021

Bin gestern zu einer Querdenker-Veranstaltung auf dem Alexanderplatz eingeladen worden, weil ein wenig „ironische Reflexion“ sehr gut dorthin passen würde. In der Art wie: „Ein bisschen Sars muss sein“? Mache ich etwas falsch? In der Kollwitzstraße haben sie gestern im ‚Scotch & Sofa‘ versucht eine Querdenker-Partei zu gründen. Der ‚Tagesspiegel‘ schreibt, die Gründung sei per Livestream ins Netz übertragen worden, 28 Personen waren vor Ort, die Polizei habe die Versammlung schließlich aufgelöst. Laut der Moderatorin des Abends, der Hut-Designerin Rike Feurstein, handelte es sich um eine „urdemokratische Aktion“, also der Gründungsversuch, nicht die Auflösung. Den Kommentaren in sozialen Medien ist zu entnehmen, dass bei vielen die Nerven blank liegen. Wahlweise werden die „verbrecherische Regierung“, „das totalitäre Kommunistenregime in China“, dass „uns die Seuche eingebrockt hat“, oder die „Querdenker-Spinner“, die man „einsperren“ oder zumindest „auf der Intensivstation arbeiten“ lassen sollte, gegeißelt. Andere wollen nur noch weg, in die Natur, seit Urzeiten des Deutschen liebste Flucht vor der Wirklichkeit. Na gut, ich will auch dorthin. Aber ich will auch wieder kommen, versprochen. In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte infiziert, nachdem am 28.12. bei einer Mitarbeiterin die Erkrankung nachgewiesen worden war. Mittlerweile sind 1% der deutschen Bevölkerung geimpft. Ungarn kauft chinesischen Impfstoff, weil die Lieferungen im Rahmen des EU-Programms zu langsam anlaufen. Die Türkei begann gestern mit dem Pieksen. Unter den mehr als 250.000, die eine Injektion bekamen, befand sich auch Präsident Recep Tayyip Erdogan. Laut WHO sind bisher 95% aller Impfungen in nur 10 Ländern, darunter Deutschland, den USA, China und Russland, vorgenommen worden. WHO-Direktor Hans Kluge fordert mehr internationale Solidarität. Das Fehlen dieser wird garantiert auch in unserem Lande bemängelt werden, da bin ich mir sicher. Vielleicht ja schon im nächsten Jahr? Als eines von nur wenigen Ländern hat Jordanien damit begonnen auch Flüchtlinge kostenlos zu impfen. Viele Menschen haben der Pandemie und des Brexits wegen Großbritannien verlassen. Nach einer Studie des ‚Economic Statistics Centre of Excellence‘ sei die Bevölkerungszahl Londons um 700.000 gesunken, landesweit wird ein Rückgang von 1,3 Millionen geschätzt. „Wenn dies annähernd genau ist, handelt es sich um den größten Rückgang der britischen Bevölkerung seit dem 2. Weltkrieg“, schreiben die Forscher. Ab Sonnabend gilt in ganz Frankreich eine Ausgangssperre ab 18 Uhr. Großbritannien verhängt Einreiseverbote für Menschen aus Südamerika und Portugal. Die Philippinen und Indonesien verlängern Einreiseverbote für Menschen aus 30 Ländern, darunter Großbritannien und Deutschland. Bis Sonntag sind dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sieben Todesfälle nach Impfungen gemeldet worden. Die Patienten litten sämtlich und teilweise mehrfach an sehr schweren Grunderkrankungen und waren zwischen 79 und 93 Jahre alt. Rekorde an Neuinfektionen melden Portugal, 10.698 und Indonesien, 11.557 Fälle. Über 800 Covid-19-Tote verzeichnet Syrien, über 10.000 Schweden, über 25.000 Indonesien, über 45.000 Deutschland und Argentinien, über 85.000 Großbritannien, über 385.000 die USA. Fast 11% mehr Menschen sind 2020 in Österreich gestorben als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) geht davon aus, dass mindestens bis Ostern noch die Theater und Opernhäuser der Stadt geschlossen bleiben müssen: „Dazu braucht man nicht viel Phantasie.“ Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, welche Maßnahmen welchen Effekt gehabt haben.“

Tipp für heute: Was gegen das Übergewicht tun, zum Beispiel was kochen, aber was Leckeres.

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