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Eher rhetorisch

15. November 2019

Mal eine Frage, weil ja Windräder jetzt nur noch mindestens 1.000 Meter entfernt von der nächstgelegenen Wohnsiedlung erbaut werden dürfen, um Akzeptanz dafür in der Bevölkerung zu schaffen, heißt das dann, ich müsse bloß ordentlich Stimmung machen, vollkommen unbewiesene Behauptungen verbreiten, nach denen Autoverkehrsstraßen Lärm- und Geruchsbelästigung, Gefahr für Leib und Leben von Insekten, Vögeln, Säugetieren, ja, sogar Menschen, gesundheitsschädliche Abgase etc. pp. fabrizieren, schon dürfen solche Autoverkehrsstraßen nur noch in einem Mindestabstand von 1.000 Meter zur nächstgelegenen Wohnsiedlung erbaut werden? Ach, das heißt es nicht? Alles klar.

Heute: Leipzig, Horns Erben, 20 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier mit integrierter sächsischer Buchpremiere von ‚Zwiegespräche mit Gott – Unter der Fuchtel der Zeit‘

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Poesie zum Träumen (130)

14. November 2019

Auf Tour (3)

Am ersten Tag schuf Gott das Licht,

Sorgen gab es damals keine,

im Herbst, da fall’n die Blätter, schau!

und ich komm nach Bernau

Heute: Bernau, Buchhandlung Schatzinsel, 19:30 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier (ausverkauft)

und direkt danach

Bernau, Buchhandlung Schatzinsel, 21 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier (da gibts wohl noch Karten)

 

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Vielleicht braucht es ja gar keine Revolution

10. November 2019

Eine Thüringer Bekannte erzählte mir vorgestern, sie wüsste von einer Untersuchung, dass Menschen, die auf der Straße kleinste Mengen Geld fänden, 1-Centstücke oder 2-Centstücke, dass diese Menschen im Anschluss wesentlich freundlicher, gelassener, hilfsbereiter auf Mitmenschen reagierten. Sie hätte deshalb, als ihr neulich der Inhalt ihrer Geldbörse auskippte, lediglich die großen Geldstücke, 2- und 1-Euro-, sowie 50-, 20- und 10-Centstücke aufgesammelt und die Kupfermünzen absichtlich liegen lassen. Es sei so leicht, diese Welt ein wenig schöner zu machen, meinte sie danach. Da konnte ich ihr nur zustimmen. Wahrscheinlich würden die Menschen sogar noch freundlicher, gelassener und aufgeschlossener Mitmenschen gegenüber reagieren, wenn sie 100- oder 500-Euro-Banknoten, Goldbarren oder Aktienpakete auf dem Fußweg fänden. Es wäre wirklich sehr einfach, diese Welt zu verbessern.

Heute: Berlin, Grüner (!) Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Jürgen Witte, Falko Hennig, Gott, Jakob Hein und mich, sowie den herzensguten Supergaststars Katharina Greve (Comic-Heldin) und Bhuvan Singh (Schweizer Country- und Rockabilly-Chansons mit indischem Einschlag, auf Englisch)

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Erfüllte Erwartung

9. November 2019

Auf eine klitzekleine, skurrile Anekdote hatte ich gehofft und wurde nicht enttäuscht, als ich mir gestern Abend das Machwerk ‚Soundtrack zur Freiheit‘ im ZDF reinzog, in welchem es um Musik in Ost und West zur Wende und zum Mauerfall gehen sollte. Natürlich kamen wieder die üblichen Verdächtigen zu Wort, welche egal zu was, immer Stellung nehmen dürfen, in so genannten Doku-Geschichts-Soaps, in denen Musik eine gewisse Rolle spielt. BAP, die Scorpions, ein VIVA-Moderator und die unvermeidlichen Bandmitglieder von Silly. Udo Lindenberg hatte wahrscheinlich keine Zeit. Musikalisch konnte man die Sendung also komplett in die Tonne treten (was Uschi Brüning, die ich musikalisch gut finde, dort zu suchen hatte, bleibt mir rätselhaft). Dabei wäre es wirklich mal interessant gewesen, die Musik zur Wende aufzuarbeiten. Zum Beispiel das, was auf den Straßen gesungen wurde. ‚Dona nobis pacem‘, die zweite Strophe aus dem ‚Arbeitereinheitsfront-Lied‘ von Brecht, ‚Freude schöner Götterfunken‘, vor allem aber die Internationale. Diese Lieder hatten meiner Meinung nach einen gehörigen Anteil daran, dass die Demonstrationen der Wendezeit so (relativ) friedlich abgelaufen sind. Denn es gehörte schon einige Überwindung dazu, für Polizisten eines „Arbeiter- und Bauernstaates“ auf eine Menschenmenge loszuknüppeln, welche Brecht und die Internationale sangen. Ach, die Anekdote, stimmt. Anna Loos, Schauspielerin und neue Sängerin bei ‚Silly‘ erzählte in dem Filmchen, dass sie sich im Osten mal an einer langen Schlange eines Schallplatten-Geschäftes anstellte, weil sie damit rechnete, es gäbe eine Westplatte. Als sie dran war, bekam sie ihre Platte in einer Papiertüte. Draußen zog sie die Platte aus der Tüte und war komplett enttäuscht, denn es handelte sich um eine AMIGA-Platte. Eine AMIGA-Platte von Silly. Zuhause hörte sie diese dann und war natürlich schwer begeistert. Also, mal abgesehen davon, dass alle Rock- und Pop-Platten der DDR, auch die Lizenz-Platten westlicher Interpreten, bei AMIGA erschienen, aber dass sich jemand ewig anstellt und es nicht einmal schafft, wenigstens die Leute vor oder hinter sich zu fragen, was es überhaupt gäbe, nehme ich der netten Dame nicht ab. Auch ist mir schleierhaft, wie das am Verkaufstresen funktioniert haben soll. Hat sie etwa gesagt: „Einmal die Platte bitte, die hier alle kaufen?“ Unglaubwürdig. Auch ich habe mich öfter an solchen Platten-Schlangen angestellt und ödes Zeug westlicher Interpreten erworben, die ich vorher nicht kannte. Ich wusste aber immer, wenn ich dran war, was es zu kaufen gab. „Einmal die Whitesnake-Platte, bitte.“ Huh, gruselig.

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Eva Mirasol, Lennart Schilgen, Paul Bokowski, Dan Richter und mich

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Nicht totzukriegen

7. November 2019

Da waren sie heute wieder. Die armen Gestalten mit den Laubbläsern. Ich weiß, sie können nichts dafür. Sie werden von irgendwelchen Schreibtischtätern dazu gezwungen, diese komplett sinnlose Arbeit zu verrichten. Stundenlang ziehen sie lärmend und stinkend durch die Stadt, um ein paar Blätter vor sich hin zu pusten, die eine Windböe Minuten später genau dorthin wieder zurück weht. Selbst in Zeiten, in denen ständig über Klimawandel und Umweltverschmutzung geschwafelt wird, gelingt es nicht, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten. Wer steckt nur dahinter? Wer hat Interesse daran? Die Laubbläserindustrie?

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: ‚Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht‘ (Ostberliner verklären die Wende) Texte, Musik und Schnickschnack mit Andreas Gläser, Jan von Im Ich und Ahne

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Vor Aufregung bin ich schon vollkommen unrasiert

6. November 2019

Nun ist es also soweit. Heute steigt ganz offiziell die Buchpremiere von ‚Zwiegespräche mit Gott – Unter der Fuchtel der Zeit‘. Der fünfte Band der Zwiegespräche-Reihe und mein insgesamt siebzehntes Buch, so zumindest schrieb es der in Berlin erscheinende Tagesspiegel. Bei einigen Büchern weiß ich gar nicht mehr so genau, was da drin gestanden haben mag und wie die Titel lauteten, aber gut, ich kann mir ja nicht alles merken. Hieß das eine nicht ‚Harry Potter‘? Nein, kann nicht sein. Das war ja ein Roman. Außerdem müsste ich dann nicht mehr in Unterwäsche von ‚Connys Grabbelkiste‘ herum laufen, sondern trüge Pariser Spitze, die sich anfühlt, als wäre man nackt. Angenehm, allein der Gedanke. Es gibt für heute Abend übrigens noch genau eine (!) Karte im Vorverkauf. Aber keine Sorge, wir kriegen sicher alle rein. Die meisten, welche vor Monaten ein Ticket kauften, kommen doch bestimmt nicht. Soll ja regnen.

Heute: Berlin, Pfefferbergtheater, 20 Uhr: Buchpremiere ‚Zwiegespräche mit Gott – Unter der Fuchtel der Zeit‘ mit Gott und Ahne, sowie dem phantastischen Superstargast: Sedlmeir (zeitlose Musik!)

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Zelten am Alex

4. November 2019

Vor vielen hundert Jahren fand am Alexanderplatz im Ostteil der Stadt Berlin eine Großdemonstration statt, auf welcher über 100.000 Menschen demonstrierten. Gut, vielleicht waren es auch weniger als viele hundert Jahre, vielleicht waren es sogar weniger als hundert Jahre, das kann sein, das ist sogar recht wahrscheinlich, denn ich war ja selber dabei, also am Rande, und bin ja noch keine hundert Jahre alt. Oder? Nein. Habe gerade noch mal in meinem Personalausweis nachgeguckt und da steht was anderes drin. Oder habe ich den etwa falsch rum gehalten? Bin ich das überhaupt, auf dem Foto? Wie dem auch sei, ich treffe mich jedenfalls nachher am Alexanderplatz. Zum Bratwurst-Essen. Und dann werden wir ein wenig über die alten Zeiten reden. Vielleicht kommt ja jemand und verhaftet uns.

Heute: Berlin, Programm-Pavillon am Alexanderplatz, 19:30 Uhr: ‚Lesebühne zu 30 Jahre Wende‘ mit Franziska Hauser, Kirsten Fuchs, Jakob Hein, Jacinta Nandi, Susanne Riedel und mich

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So liebe ich die Bahn

3. November 2019

Gestern im Regionalexpress nach einer traumhaft schönen Lesung im Parkclub Fürstenwalde. Der Schaffner betritt den, abgesehen von mir, unbesetzten Wagen und sagt, als er mich erblickt: „So geht das aber nicht.“ Ich: „Was denn?“ Er: „Na, so trübsinnich aus der Wäsche kucken und das in meinem Zug.“ Da muss ich glatt lächeln. Er ist ’s zufrieden und läuft weiter, ohne mich nach der Fahrkarte zu fragen.

Heute: Berlin, Grüner (ausnahmsweise Grüner!) Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Gott, Falko Hennig, Jürgen Witte, Jakob Hein und mich, sowie den stets heiteren Superstargästen Isabel Bogdan (Hamburg) und ‚Blockflöte des Todes‘ (Hits!)

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Poesie zum Träumen (129)

2. November 2019

Auf Tour (2)

Am ersten Tag schuf Gott das Licht,

Sachsen existierte da noch nicht,

mal sehen, wie ich meinen Abend gestalde,

im Parkclub, am 02.11., in Fürstenwalde

Heute: Fürstenwalde/Spree, Parkclub Fürstenwalde, 19:30 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Kampagne wider die allerortens anzutreffende, durch nichts zu entschuldigende und zu allem Überfluss mit Geldgeilheit innigst gepaarte Inferiorität (Folge: weißichnich)

1. November 2019

Die neue ‚Jägerklause‘ heißt jetzt ‚Jäger und Lustig‘ und genauso wie ihr Name klingt, sieht es da auch aus. Auf Edel gepimpt, aber ironisch gebrochen. Da hat jemand viel Geld in die Hand genommen. Sämtliche Räume laden zum gepflegten Dinnieren ein. Die Pissbecken sind in einwandfreiem Zustand. Alle kann man benutzen. Dafür kosten die Essen um die 15 Euro und die Geweihe an den Wänden sind grün gestrichen. Es läuft elektronische Musik, die Kellnerinnen sind schick und jung und freundlich. Man vermisst den rauen Charme der alten Belegschaft.  Konzerte oder Lesungen gehören hier der Vergangenheit an. Das ‚Jäger und Lustig‘ wird sich definitiv durchsetzen. Mich wird man dort nicht mehr sehen.

Heute: Schönwalde, Gasthaus am Gorinsee, 19 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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